… es war ein Glücksfall für die Firma Lonkwitz Edelstahltechnik GmbH und für alle Lokomotivführer diesseits und jenseits der Lahn und alle, die es leider nicht werden durften.

Während eines Besuchs des alten Grubenbahnmuseums „Fortuna“ in Oberbiel wurde Hans-Dieter Lonkwitz von einem Lokomotivführer auf einen alten Dampfkessel angesprochen. Seine Frage lautete: „Könnt Ihr so was schweißen?“ Wenig später stand der sanierungsbedürftige Dampfkessel in der Werkstatt des Wetzlarer Familienunternehmens, und er sollte nicht der letzte bleiben. Denn auch wenn „echte“ Lokomotiven auf dem Netz der Deutscher Bahn eine Rarität sind, gibt es noch immer rund 1600 bis 1700. In Betrieb sind noch 230 Dampfloks in Deutschland, die von Vereinen oder Privatpersonen gehegt und gepflegt werden und auf historischen Strecken Fahrgäste erfreuen oder in Museen ausgestellt werden. Vor allem Männer verfallen bis heute dem besonderen Charme dieses Inbegriffs von analoger Technik, und niemand ist vor dieser Leidenschaft gefeit. Sie gehe durch alle Bevölkerungsgruppen, erzählt Hans-Dieter Lonkwitz. „Ich kenne sogar einen Chirurgen, der am Wochenende Kohle in die Feuerbuchse von Loks schaufelt, denn das geht bis heute nur von Hand.“ 

Damit der Wasserdampf die schwere Lokomotive und all die Waggons trotz Schwerkraft bewegen kann, müssen die Kessel bis zu 22 Bar Druck aushalten, die von dem auf 190 Grad erhitzten Wasserdampf ausgehen. Zum Vergleich: Ein Luftkompressor arbeitet mit 15 Bar.

„Früher hat man nicht geschweißt, sondern genietet. Das war schwere körperliche Arbeit und sehr laut, und man musste sehr präzise arbeiten. Das konnten sie damals, ist aber heute nicht mehr bezahlbar. Und die Werkstoffe waren von bester Qualität. Besser als heute, weil inzwischen viel Schrott eingeschmolzen wird und früher reines Erz verwendet wurde“, erzählt der Wetzlarer Maschinenbauer.

Die Lonkwitz Edelstahltechnik GmbH, die im Süden der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar zu finden ist, versteht sich selbst als eine „Maßschneiderei in Sachen Stahl und Blech“. Sie kann nicht nur Kessel restaurieren, sondern vollbringt auch noch andere „Kunsttücke“. In den Werkshallen wird bis zu zehn Zentimeter dickes Blech mit einem Plasmabrenner unter Wasser zugeschnitten. Die Bleche können bis zu 12 Meter lang und drei Meter breit sein.

Die fünfundzwanzig Mitarbeiter, von denen viele in den Werkstätten der Lonkwitz Edelstahltechnik GmbH gelernt haben, sind für viele Branchen tätig. Edelstahlbehälter aus rostfreiem und hochhitzebeständigem Stahl mit einem Durchmesser von bis zu vier Metern werden hier gebaut. Vor der Auslieferung werden sie noch sorgfältig gebeizt, damit die glänzenden Oberflächen dem Rost keine Angriffsflächen bieten. Auch Rührwerke und Schnecken, die für den Bau von Kläranlagen erforderlich sind, gehen von hier in alle Welt.

Seit Anfang der 80er Jahre ist das Unternehmen auch mittelbar Zulieferer der Automobilindustrie. Im Auftrag eines in Frankfurt ansässigen japanischen Unternehmens stellt die Lonkwitz Edelstahltechnik GmbH Teile der Motor- und Abgasprüfstände her, von denen in jüngster Vergangenheit so oft die Rede war. Dass die Abgaswerte auf dem Prüfstand nichts mit der Realität auf der Straße zu tun haben, dafür kann das Unternehmen Lonkwitz allerdings nichts.

Und last but not least baut das Unternehmen Möbel für den öffentlichen Raum: Tische und Stühle, die auf dem Gelände besichtigt werden können. Mit fast 75 Jahren freut sich Hans-Dieter Lonkwitz darauf, sein gut geführtes Unternehmen in Kürze der Tochter und den Enkelkindern zu übergeben, und er sieht einer etwas ruhigeren Zukunft mit Zuversicht entgegen.

 

Kontakt

Telefon : +49 (0) 6441 210 110

Fax:        +49 (0) 6441 210 1121

mail:       info@lonkwitz.com

Produktion

Lonkwitz Edelstahltechnik GmbH

Grube Juno 1

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